Die Raxalpe ist eine stark verkarstete, alpine Hochfläche bis knapp über 2.000 Meter Höhe. Sie befindet sich zu einem großen Teil auf der Fläche des Landes Niederösterreich. Ein anderer Teil gehört zur Steiermark und nordwestlich grenzt Oberösterreich an. Der Auf- und Abstieg ist steil und anspruchsvoll, man kann aber auch die Raxseilbahn benutzen. Örtliche Touristiker vermarkten die Hüttentouren auf der Rax erfolgreich als „Hüttenhüpfen“. Wir sind auf zwei sehr unterschiedlichen Touren „gehüpft“. Die erste Tour war für unsere Verhältnisse kurz, aber wunderschön und mit phantastischem Panorama auf das Payerbach-Reichenauer Tal.

Da das Wetter wechselhaft blieb und für den Nachmittag bereits wieder Regen und Gewitter angekündigt waren, nutzten wir für unsere erste Hüttentour die Seilbahn. Dafür sind Auf- und Abfahrtszeiten zu buchen, die den Tourenumfang begrenzen. So war es leider und wir konnten nur eine Halbtagstour machen. Die war allerdings ein Genusserlebnis: Bergstation Raxseilbahn – Otto-Schutzhaus – Kammweg zum Preiner Kreuz – Neue Seehütte und über den Seeweg und das Otto- Schutzhaus zurück.

Der Kammweg zum Preiner Kreuz führt stellenweise direkt an der Abbruchkante der Rax entlang. Mögliche Fallhöhe: bis zu 1.000 Meter ungebremst. Man sollte also trittsicher und schwindelfrei sein.
Nirgendwo sonst in den Alpen habe ich so viel Edelweiß links und rechts des Weges gesehen, wie auf der Rax. Es war beeindruckend, allerdings offenbar nicht für alle Wanderer. Manche liefen daran vorbei, wie auf der Flucht.

Auch Gastronomisch bietet die Rax sehr Akzeptables. Es beginnt mit dem Restaurant an der Tal- bzw. Bergstation und setzt sich fort mit dem Otto- Schutzhaus.

Dort war einst der Begründer der Psychotherapie, Dr. Siegmund Freud, ein oft und gern gesehener Gast. Man sagt, während seiner Aufenthalte in Reichenau sei er bis zu 3 mal pro Woche zu Fuß über den Törlweg zum Otto-Schutzhaus gewandert und dort eingekehrt. Das ist sportlich. Der Ort war auch für seine praktische Forschung zum Thema „Hysterie“ am Beispiel einer weiblichen Person bedeutsam. Eine Tafel am Haus erinnert daran.

Diese Tour machte Lust auf mehr. Wir beschlossen, an einem regen- und gewitterfreien Tag eine Tour von Hinternaßwald auf dem Kaisersteig zum Habsburghaus mit Überquerung der Rax zu unternehmen. Dazu im nächsten Beitrag mehr.
