Zwei positive Erlebnisse Anfang Januar 2026

Es gibt sie doch noch, die guten Erlebnisse! Auch, wenn die beiden folgenden sehr unterschiedlich sind und wahrscheinlich nicht von allen nachvollzogen werden können.

Anfang Januar ist für geführte KammTouren in den hiesigen Breiten meist „Sauregurkenzeit“. Das bedeutet aber nicht, auf der faulen Haut liegen zu müssen. Ein guter Guide ist immer unterwegs. Zum Beispiel zum Testen von Verkehrsverbindungen, altneuen Routen und diversen Locations für Unterkunft und Verpflegung. So war es auch am vergangenen Mittwoch.

Ein Flyer erregte die Aufmerksamkeit für Veränderungen bei der grenzüberschreitenden Buslinie 398 zwischen Dresden und dem tschechischen Teplice (früher: Teplitz-Schönau) am Fuße des böhmischen Erzgebirges. Diese Verbindung gibt es seit 14.12.2025 an Werktagen ab Dresden HBf zwischen 5:05 und 19:12 Uhr stündlich, an Sonnabenden (außer Feiertagen) zwischen 5:16 und 19:12 Uhr und an Sonn- und Feiertagen zweistündlich zwischen 5:16 und 17:42 Uhr. Die Rückfahrt ab Teplice ist an Werktagen stündlich zwischen 6:11 und 21:11 Uhr möglich, an Sonnabenden stündlich zwischen 7:11 und 21:11 Uhr und am Sonn- und Feiertagen zweistündlich zwischen 7:11 und 20:11 Uhr. Für den deutschen Streckenabschnitt zwischen Dresden und Cinovec, Clo (Böhmisch-Zinnwald, Zoll) gelten der Tarif des Verkehrsverbundes Oberelbe (VVO) und das Deutschlandticket. Für den tschechischen Streckenabschnitt zwischen Cinovec, Clo und Teplice gilt der Tarif des Verkehrsverbundes der Region Usti n.L. (DUK). Wenn man es gescheit anstellt und der jeweilige Busfahrer mitspielt, ist auch der Kauf von sehr preiswerten Tageskarten für den Tarifraum DUK möglich. Damit kommt man im Idealfall bis kurz vor Prag oder in der Gegenrichtung bis in die Böhmische Schweiz, das Böhmische Mittelgebirge und den tschechischen Teil des Lausitzer Gebirges. Und nicht zu vergessen: Teplice ist auch ein hervorragender Start- und Zielort für KammTouren im Böhmischen Erzgebirge!

Das zweite positive Erlebnis war nicht ganz neu, aber im Kontrast zur deutschen Seite überwältigend: die tschechische Gastronomie! Gut war sie schon immer, aber inzwischen wird sie vor allem preislich immer attraktiver. Wie gesagt: im Kontrast zur deutschen Seite. Ich habe mir in der „Schwarzen Katze“ in Teplice ein spätes Mittagsmenü gegönnt, bestehend aus einer Vorsuppe plus einem reichlichen Hauptgericht und zwei frisch gezapften halben Litern Gambrinus für insgesamt (inkl. Trinkgeld) 260 Kronen. Nach aktuellem Tageskurs entsprach das ca. 10,80 €. Auf der deutschen Seite hätte ich dafür häufig gerademal zwei 0,4 Liter Bier bekommen und wäre hungrig und mißgelaunt von dannen gezogen. Folgt man der weit verbreiteten deutschen Gastrologik, müsste der tschechische Gastwirt längst verhungert sein. Ist er aber nicht, sondern mopsfidel und sehr geschäfts- und gastfreundlich. Vielleicht sollte man auf deutscher Seite mal selbstkritisch darüber nachdenken, gerade angesichts des aktuellen Mehrwertsteuergeschenks.

Schreibe einen Kommentar