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Erinnerung an die Kammtour zum Pfingstsamstag 2026

Nach der erlebnisreichen Tour durch das Erzgebirgsgrenzgebiet eine Woche zuvor kam der Wunsch auf, in kleinem Kreis den altneuen Kammweg von Zinnwald nach Petrovice unter die Füße zu nehmen. Der Pfingstsamstag 2026 bot sich dafür an. Das Wetter war ideal: Sonne, blauer Himmel, kein Niederschlag zu erwarten. Eine Stunde Fahrt im erfreulich leeren Bus nach Zinnwald und wir waren am Start.

Die ersten 10 km bis zum Mückenberg waren zum Warmlaufen. Nach kurzer Trinkpause ging es weiter Richtung Adolfov (früher: Adolfsgrün). In der „verschwundenen“ Ortschaft Ebersdorf (Habartice) zweigte der Weg ab und führte bis Adolfov über herrlich grüne Bergwiesen mit freien Blicken über das Kammgebiet. Im Restaurant „Florian“ gab es dann die zweite Trinkpause.

Auf zweisprachigen Informationstafeln wird die Geschichte der Ortschaft Adolfsgrün und ihrer Bewohner vorgestellt. Der größte Teil des Ortes ist nach dem 2. Weltkrieg „verschwunden“ und mit ihm die einstigen Einwohner.

In Krasny Les (früher: Schönwald) gab es die späte Mittagsrast aus dem Rucksack. Interessant: von hier aus gibt es eine direkte Busverbindung nach Usti n.L. (Aussig an der Elbe) und Velke Brezno (Großpriesen – dort wo das bekannte Bier gebraut wird). Das eröffnet ganz neue Tourenoptionen.

Die restliche Strecke entsprach bis Petrovice und Bahratal dem Verlauf der Tour vor einer Woche. Am Ziel gelang eine Punktlandung: 16:51 Uhr fuhr planmäßig der Bus, der uns nach Pirna bringen sollte. 16:50 Uhr waren wir an der Haltestelle. Gut gelaufen!

Fazit: Für die 30 km brauchten wir inklusive der drei Pausen 7 Stunden und 25 Minuten. Das war zwar nicht rekordverdächtig, aber durchaus sportlich. Der Streckenverlauf wird auf tschechischer Seite auch als E3 markiert und ist zugleich Teil der Nordroute der neuen Via Czechia.

Internationaler Bergwanderweg der Freundschaft Eisenach–Budapest: Gibt es ihn noch?

Ähnlich wie beim alten böhmischen Kammweg stellt sich die Frage auch in diesem Fall. Die Antwort „Ja“ wäre nicht ganz richtig und „nein“ nicht ganz falsch. So wie er war, gibt es ihn nicht mehr. Und welche Freundschaft verbindet heute Budapest mit Eisenach? Das Foto dokumentiert jedoch seinen aktuellen Verlauf. Wenn er denn im grenzüberschreitenden Tourismusmarketing eine Rolle spielt.

Als dieser Fernwanderweg aus der Taufe gehoben wurde, gab es den real existierenden Sozialismus noch. Die Wander- und Tourismusverantwortlichen versuchten damals ein attraktives Angebot zu entwickeln, das die Phantasie ostwärts treiben ließ. Westwärts war die Welt hinter Eisenach zu Ende und in Richtung Balkan das gemeinsame wandersportliche und touristische Interesse eher gering. Aber der „Internationale Bergwanderweg der Freundschaft Eisenach-Budapest“ – kurz „EB“ wurde trotzdem zu einer guten Idee, die die Zeiten überdauern sollte.

Teile des Weges sind heute Bestandteile des europäischen Fernwanderweges E3 von der Atlantikküste im Westen bis zum Schwarzen Meer im Osten. Insofern hat es mit der Ost-West-Verbindung doch noch geklappt. Auch Abschnitte des alten böhmischen Kammweges sind E3-markiert. Andere Abschnitte schweifen ab, machen Entdeckertouren durch Böhmens Haine und Fluren aber ausgesprochen interessant. Darauf sind wir seit vielen Jahren spezialisiert.

Die Sehnsucht zieht uns immer weiter ostwärts. Traumhaft schöne Landschaften, gastfreundliche Menschen und einzigartige Erlebnisse in kleinen Gruppen. Man muss nicht zwingend um die halbe Welt fliegen oder mit mehreren tausend Menschen in schwimmenden Hochhäusern passiv von Hafen zu Hafen dümpeln, um sich zu erholen. Das geht viel einfacher und preiswerter. Das Einzige, was man vielleicht muss, ist aktiv zu werden. Dafür haben wir übrigens prima Ideen!