(Fortsetzung des Beitrags vom 14.04.2026 und Schluss)
Für den letzten Tag der Wanderwoche haben wir uns die Tour von Harrachov auf den Hohen Iserkamm zum Hochstein (polnisch: Wysoki Kamień) aufgehoben. Mit seinen 1.058 m über NN bietet der Berg eine vorzügliche Rundumsicht zum Kamm des Riesengebirges, auf Teile des Isergebirges und das Hirschberger Tal. Das Wetter war einladend und die Wege mit geringen Ausnahmen eisfrei und gut begehbar.

Der Lieblingsweg ab Harrachov führte uns wieder auf die Trasse von Orle (Carlsthal) nach Jakuszyce (Jakobsthal). Am Biathlonstadion nahmen wir als Abkürzung eine im Hochwinter für die Biathleten gewalzte Route, die ca. 300 m weiter in den blau markierten Hauptweg mündete. Der „Rest“ bis zum Hohen Iserkamm war ein breiter Weg, den sich Wanderer und Radfahrer teilen. Was besonders auffiel: die Wegmarkierungen auf polnischer Seite sind ebenso wie die auf tschechischer Seite einheitlich gestaltet, sehr informativ und werden offensichtlich gut gepflegt.

Auf dem Hohen Iserkamm wird der Weg bis zum Hochstein schmaler und steiniger. Es war Samstag und uns kamen sehr viele kleine und größere Gruppen und Grüppchen entgegen. Mal grüßte man sich freundlich mit „dobrý den“ auf tschechisch, mal mit „dzień dobry“ auf polnisch und selten mit „Hallo“ (Das waren meist Deutsche.). Alles in allem begegneten sich die Wandernden sehr respektvoll und freundlich.

Auf dem Hochstein angekommen öffneten sich weite Blicke über die Landschaft und man mochte am liebsten gar nicht mehr ins Tal zurück. Dazu trugen auch Verpflegung und Getränke aus der Hochsteinbaude bei. Die Sonne machte träge; photografieren war die einzige aktive Beschäftigung auf dem Hochstein. Der Turm gegenüber der Baude hatte geöffnet, aber wir verzichteten auf eine Besteigung. Die Sicht war auch vom Plateau aus sehr gut.



Der Abstieg zum Bahnhof in Szklarska Poręba Górna (Ober-Schreiberhau) ist auf verschiedenen Wegen möglich. Wir entschieden uns zuerst für den rot markierten und verließen ihn nach ca. 30 Minuten, um auf wilden Waldpfaden querfeldein den Ortsrand zu erreichen. Am Bahnhof erwartete uns ein neu errichteter Imbiss mit preiswerten Getränken, Sitzgelegenheiten und sehr freundlichem Personal. So ließ sich die kurze Wartezeit gut überbrücken, bevor uns die Tschechische Bahn (České dráhy) zurück nach Harrachov brachte.

In Szklarska Poręba Górna bestehen übrigens interessante Umsteigeverbindungen, um mit der Koleje Dolnośląskie (KD) deutsch: Niederschlesische Eisenbahnen) weiter nach Jelenia Gora (Hirschberg) und Wroclaw (Breslau) zu fahren. Ab Wroclaw bestehen Verbindungen nach Krakow (Krakau) und nach Warzawa (Warschau). Die KD befindet sich im Besitz der Wojewodschaft Niederschlesien und arbeitet permanent an einer Vergrößerung des Streckennetzes sowie der Wiederinbetriebnahme ehemals stillgelegter Strecken. Für die Deutsche Bahn und politisch Verantwortliche eine gute Möglichkeit, bei der KD zu hospitieren und zu lernen, wie Eisenbahn im Jahr 2026 geht. Es ist nicht weit nach Niederschlesien.
Fazit: Diese Wanderwoche hat sehr viel Spaß gemacht, Wegekenntnisse aufgefrischt und dazu beigetragen, die regionalen und grenzüberschreitenden Verkehrsverbindungen des ÖPNV aktiv zu testen. Alles zusammen trägt dazu bei, dass Touren im Iser- und Riesengebirge auf der Planungswunschliste weiter nach oben gerückt sind.



