Der Winter hat sich zurückgezogen und Spuren hinterlassen. Bei der gestrigen, grenzüberschreitenden Vortour von Rosenthal zum Děčínský Sněžník (deutsch: Hoher Schneeberg, auch Tetschner Schneeberg) waren sie nicht zu übersehen. Der Berg ist zwar „nur“ 723 Meter hoch, trägt seinen Namen aber zu Recht. Wenn es in der Gegend irgendwo schneit und kalt bleibt, dann dort oben. Man könnte den Berg zumindest im Winter auch als Wetterscheide bezeichnen. Auf der westlichen (sächsischen) Seite dominiert meist das milde, wechselhafte Wetter mit atlantischen Einflüssen. Auf der östlichen (tschechischen) Seite beherrscht oftmals die eingeflossene Kaltluft kontinentalen Ursprungs das Wettergeschehen. Der Gebirgskranz um das böhmische Binnenland verhindert das Aufsteigen eingeflossener Kaltluft und hält sie in Bodennähe – oder eben im Bereich des Hohen Schneebergs – fest. So war die Lage auch gestern. Welche Folgen das hatte, ist auf den beiden Fotos zu sehen: abgebrochene Baumkronen und Äste, umgestürzte Bäume auf Wegen und Pfaden.


Diese Konstellation aus Ursache und Wirkung sollte man auf keinen Fall unterschätzen und sich nicht vom stahlblauen Himmel täuschen lassen. Natur ist immer mit Risiken verbunden, auch auf scheinbar harmlosen Wegen im Mittelgebirge. Deshalb hat es sich als sinnvoll erwiesen, sich bei Vortouren vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Wer das nicht kann oder will, sollte sich einer geführten Tour mit einem zertifizierten und haftpflichtversicherten Guide anschließen.































