Schlagwort: Geführte Wanderungen

Abenteuer Kammweg Erzgebirge-Vogtland 2026: eine Zusammenfassung

Dieser Beitrag knüpft an den vorherigen vom 05.08.2026 an. Erinnerungen an einzelne Etappen folgen etwas später. Das ist eher eine Arbeit für die Saure-Gurken-Zeit des Jahres. Hier soll es zunächst um zusammengefasste Eindrücke von der Buchung bis zur Rückreise von unserer Sommertour gehen.

  1. Die Buchung erfolgte wie bereits erwähnt über den Tourismusverband Erzgebirge e.V.. Der TVE bietet verschiedene Pauschalen an – siehe: https://www.erzgebirge-tourismus.de/kammweg#c9366 . Da wir terminlich gebunden waren und die Pauschalen nicht zu unserem Zeitplan passten, stellte uns der TVE ein individuelles Paket zusammen. Die Tourenlängen waren so abgestimmt, dass die längeren Etappen zu Beginn und die etwas kürzeren zum Ende der Touren angelegt waren. Da wir keinen Ruhetag einplanen konnten, war diese Zusammenstellung sinnvoll.
  2. Die Anreise zur ersten Unterkunft in Geising und die Abreise ab IFA Ferienpark Schöneck mit Übernahme des schweren Gepäcks war mit ÖPNV möglich. Wir haben während der 12 Etappen keinen Privat-PKW gebraucht. Das schwere Gepäck wurde von Unterkunft zu Unterkunft durch Dienstleister transportiert. Es musste bis 9 Uhr früh zum Abtransport bereit stehen und war bei Ankunft in der nächsten Unterkunft verfügbar. Wer das Gepäck transportiert hat, erfuhren wir nicht. Vielen Dank den dienstbaren Geistern deshalb von hier aus!
  3. Frühstück und Lunchpaket standen in jeder Unterkunft ausreichend zur Verfügung. Mal war das Lunchpaket schon vorbereitet, mal konnten wir es nach eigenen Bedürfnissen selbst zusammenstellen. Es war immer ausreichend und enthielt belegte Brote/Brötchen, Obst, Mineralwasser und Snacks. Und es war (fast) alles regional erzeugt!
  4. Abendessen war nicht Bestandteil der Pauschale. Es konnte aber immer mit den Gastgebern vor Ort auf Selbstzahlerbasis vereinbart oder organisiert werden. Organisatorische und kreative Spitzenleistung war der Shuttleservice in Johanngeorgenstadt in ein Restaurant der tschechischen Nachbarstadt Potucky/Breitenbach. Diese Form der Gastfreundschaft hat uns sehr beeindruckt.
  5. Die Unterkünfte waren alle gut vorbereitet, zweckmäßig eingerichtet und je nach Unterkunftskategorie mehr oder weniger komfortabel. Wohl gefühlt haben wir uns überall. In mancher Unterkunft kam etwas Luxus dazu und so konnten wir drei Mal nach absolvierter Tour in Ruhe saunieren. Das gibt es sonst auch nicht alle Tage.
  6. Die Touren sind anspruchsvoll, je nachdem für welche Etappen man sich entschieden hat und wo die nächste Unterkunft erreicht werden soll. Verlaufen ist für aufmerksame Wanderinnen und Wanderer praktisch ausgeschlossen, denn die Wegmarkierung grenzt an Perfektion. Wir haben nur an zwei Stellen wenige Sekunden lang gerätselt.;-) Von langen Geraden sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Der Wald ist nicht nur zum Wandern da, sondern soll auch nachhaltig bewirtschaftet werden. Dazu braucht es Wege, die schwere Forstmaschinen aushalten. Wir haben das auch geschafft!
  7. Die Natur: Eigentlich gehört das an den Anfang. Wer sich noch an das Waldsterben im Erzgebirge in den 1970-er und 1980-er Jahren erinnert, wird angenehm überrascht sein, wie sich der Erzgebirgswald erholt hat. Kaum abgestorbene Bäume, gut gemischte Bestände und grün soweit das Auge reicht. Die durchwanderten Wälder spendeten uns Schatten und senkten die Temperaturen auf ein erträgliches Niveau – von den zwei Tagen in Rübenau und Kühnhaide mal abgesehen. Dort war es, wie es am sächsischen Kältepol nun mal sein muss.;-)
  8. Entlang der Route gibt es Orte und Unterkünfte, die auch als Standquartiere für mehrtägige Touren geeignet sind. Das sind vor allem Orte mit gut getaktetem ÖPNV-Anschluss, wie z.B. Geising, Altenberg, Holzhau, Rechenberg-Bienenmühle, Olbernhau, Johanngeorgenstadt, (mit Shuttleservice auch Skibahnhof Neuhermsdorf und Sportpark Rabenberg), Bärenstein, Oberwiesenthal und Schöneck.
  9. Nicht zu vergessen sind die wiederbelebten Kammwege im tschechischen Erzgebirge, die Via Czechia, die tschechisch-deutschen Bierwanderwege und der Riesenburger Steig – um nur einige wenige zu nennen. Die Erzgebirgsregion bietet noch viel mehr Potential für grenzüberschreitende Touren und das macht sie immer attraktiver.
  10. Nicht jeder Weg und jedes Thema müssen kostenpflichtig zertifiziert sein. Zertifizierung ersetzt nicht die Kreativität und die unternehmerische Originalität aktiv handelnder Menschen.
  11. Punkt und Schluss für heute.

Kammweg Erzgebirge-Vogtland – ein Abenteuer über 12 Etappen

Wie im Beitrag vom 23. März 2026 angekündigt (siehe: https://kammtouren.eu/2026/03/23/neue-kammtouren-geplant/ ) haben wir das Vorhaben in die Tat umgesetzt und waren vom 18.-30.07.2026 auf dem Kammweg Erzgebirge-Vogtland unterwegs. Dabei ging es nicht nur um das persönliche Wandererlebnis, sondern vor allem um einen Perspektivwechsel. Normalerweise bin ich derjenige, der Wanderreisen und -touren für seine Gäste plant und führt. Diesmal wollte ich aus Kundensicht erleben, wie es andere machen: Frühstück und Lunchpaket jeden Tag in einem anderen Quartier, Gepäcktransport von Quartier zu Quartier, Abendessen á la Carte und dazu die Chance, Fehler zu machen, die niemand kritisieren würde. Ohne dem Schlussfazit vorzugreifen: Fehler waren Mangelware. Der Tourismusverband Erzgebirge e.V. hat ein tolles Paket geschnürt und Touren so zusammengestellt, dass sie Spaß gemacht haben. Wir haben Gastgeber vom kleinen, inhabergeführten Gasthof bis zum 4-Sterne-Hotel mit Wellnessbereich kennengelernt und überwältigende Gastfreundschaft erlebt. Für all das und die tolle Planung und Organisation durch Frau Tuppatsch vom TV ErzG e.V. von dieser Stelle aus herzlichen Dank!

Update und Änderung am 10.08.2026: Hier ist die anklickbare Übersicht über die 12-Etappen-Tour:

Erinnerung an eine Tour auf dem Pumphutsteig in der Oberlausitz

Der Pumphutsteig rund um Wilthen in der Oberlausitz ist dem sagenumwobenen Müllerburschen Martin Niemec, genannt Pumphut nach der eigentümlichen Form seines Hutes, gewidmet. Um Pumphut ranken sich unzählige Sagen, Legenden und andere Geschichten in der Oberlausitz und weit darüber hinaus. Selbst in der Hummelmühle bei Dresden soll er einst erschienen sein. Doch das ist eine andere Geschichte.

Fast so legendär wie sein Namenspate ist der Rundwanderweg um Wilthen. Start und Ziel ist an der Pumphutfigur, die auf dem Weg vom Bahnhof in den Ort nicht zu übersehen ist. Wir entschieden uns diesmal für die große Runde über ca. 20 km. Der Weg führt zunächst durch den Ort und später über Wiesen zum Waldrand. Dort lädt eine liebevoll gestaltete Rasthütte zu einer ersten Pause ein. Weiter geht es bergauf zum Mönchswalder Berg. Vor dem Gasthaus erwarteten uns zwei hübsche, junge Frauen, die uns fragten, ob wir wir glitzern wollen. Was für eine Frage! Wir wollen nicht nur mit sportlicher Leistungs glänzen, sondern glitzern! Also stimmten wir zu. Für den Rest des Tages trugen wir die auf Gesicht und Arme gesprühten Glitzersterne durch die Oberlausitz bis zur abendlichen Dusche in Dresden. Wie sich herausstellte, waren die beiden Frauen Streckenposten des Oberlausitztrails (OLT), der an diesem Tag stattfand. Wir liefen weite Teile des Trails sozusagen außerhalb der Wertung mit.

Der Weg vom Mönchswalder Berg bis zum Jägerhaus ist teilweise abschüssig, steil und steinig, aber ein T3-Weg nach der SAC-Wegeskala ist er nicht wirklich. In der komoot- Karte wird er zwar so klassifiziert, aber das erscheint übertrieben. Wanderleiter*innen von manchen Mittelgebirgswandervereinen hätten damit vermutlich ein Problem, dürfen sie doch meist keine Gruppen auf T3- Wegen führen, ohne den Verlust ihres Versicherungsschutzes zu riskieren.

Eine sehr schöne Aussicht auf Bautzen und Umgebung kann man auf dem Weg in die Gemeinde Sora an der neu errichteten Rasthütte genießen. In Sora wollten wir in der Bergbaude „Schöne Aussicht“ eine Trinkpause einlegen. Doch das Restaurant öffnet erst um 11 Uhr und solange wollten wir nicht warten. Also ging es weiter zum nächsten Etappenziel, dem Großen Picho. Im Biergarten der Picho-Baude legten wir die wohlverdiente Mittagspause ein. Gerade noch rechtzeitig, denn wenige Minuten später rückte eine große Feiergesellschaft ein, die fortan das Servicepersonal in Anspruch nahm.

Ab der Ortschaft Tautewalde wählten wir einen anderen Aufstieg auf den Dahrener Berg, als beim letzten Mal. Der Weg ist etwas länger, aber weniger steil als der Klassiker und wird auch seltener begangen. Er führt zur Felsenburg des Pan Dietrich, einer weiteren Sagenfigur der Oberlausitz. Ihm sind wir nicht begegnet, erlebten dafür aber eine andere Überraschung. Etwa 10 Meter vor uns trat eine Ricke mit zwei Kitzen aus dem Unterholz auf den Wanderweg. Sie hatte uns offensichtlich noch nicht bemerkt, die zwei Kitze aber schon. Die beiden sahen uns an und versuchten, an uns vorbei in den rettenden Wald zu flüchten. Die Ricke flüchtete in die andere Richtung und ließ die Kitze zurück. Wir hörten ihr Bellen, mit dem sie die Kitze rief, die jedoch nicht zu ihrer Mutter flüchteten. Ein Kitz verschwand im Wald, das zweite legt sich etwa 5 Meter vor uns auf den Waldweg. Das war die Gelegenheit für einen Schnappschuss, bevor wir den Stress für die Tiere aufhoben und uns entfernten.

Der weitere Weg führte uns zur Weifaer Höhe mit der ehemaligen Schurigbaude, die sich jetzt im Privatbesitz befindet und nicht öffentlich zugänglich ist. Ab dort ging es auf wiederum wenig begangenen, schmalen Waldpfaden bergab vorbei an der Wanderhütte der Naturfreunde Wilthen, die laut Aushang im Juni und Juli geschlossen ist. Von dort bis zum Bahnhof sind es noch ca. 15 Minuten. Auf dem Bahnhof erwartete uns das leider inzwischen Übliche: „ca. 10 Minuten Verspätung aus vorheriger Fahrt“.

Fazit: Eine immer wieder wunderschöne Tour auf sehr abwechslungsreichen Bergwegen, die wir sicher nicht zum letzten Mal begangen haben.

Hier sind noch einige Schnappschüsse von unterwegs:

Und hier ist eine Übersicht über den Tourenverlauf:

Frühlingstour am 1. März im Osterzgebirge

Vor wenigen Tagen war es noch winterlich auf dem Erzgebirgskamm. Dann kam die warme Luft und der Schnee schmolz schneller, als er gefallen war. Bis auf wenige Altschneereste und festgetretenes Alteis waren die Wege gut begehbar. Doch von vorn:

Es es immer wieder ein schönes Erlebnis, mal nicht Guide zu sein, sich um nichts kümmern zu müssen und eine Tour einfach als Teilnehmer genießen zu können. Das kommt selten genug vor. Die anspruchsvolle Tour begann am Bahnhof Lauenstein im Osterzgebirge und führte durch den gleichnamigen Ort weiter auf dem Graupenweg. Das war früher der direkte Fußweg in den Ort Graupen in Böhmen (heute: Krupka). Freie Blicke über Bergwiesen und Steinrücken prägen den typischen Landschaftseindruck im Osterzgebirge.

Unser Ziel für die Mittagsrast war das Restaurant auf dem Mückenberg, auch bekannt als „Mückentürmchen“wegen seiner turmähnlichen Bauweise. Gestärkt mit bodenständiger böhmischer Kost und süffigen Getränken zu volkstümlichen Preisen traten wir den Rückweg über Fürstenwalde und Geising an, wo uns der Schienenersatzverkehr nach reichlich 24 km Wanderung auf die Minute pünktlich abholte. Für mich ist diese Tour eine interessante Variante zum neuen sächsischen und alten böhmischen Kammweg. Sie hat viel Potential, z.B. für Kammüberquerungen zwischen Sachsen und Böhmen und ist für die An- und Abreise mit dem ÖPNV perfekt geeignet. Notiz an mich: vormerkt.

Wanderwoche auf dem Oberlausitzer Bergweg im Oktober 2025, Tag 3: Von Sohland nach Schönbach

(Fortsetzung des Beitrages vom 21.10.2025)

Nach einem wiederum ausgiebigen Frühstück und mit dem individuellen Lunchpaket im Gepäck verabschiedeten wir uns von unserer freundlichen Gastgeberin im „Waldschlößchen Hotel Sohland“. Sie gab uns noch einige Tipps zu Sehenswertem im Ort mit und lud zu einem weiteren Besuch ein. Vorbei an der imposanten Kirche und dem Eisenbahnviadukt führte uns der Weg zum Wahrzeichen Sohlands, der Himmelsbrücke. Sie wurde im Jahr 1796 solide aus Gestein der Umgebung erbaut, steht immer noch und kann unbeschadet überquert werden.

Der Ort hat wenige hundert Meter weiter noch eine Attraktion: den Stausee der Spree. Danach geht es stetig aufwärts bis zu den Kälbersteinen.

Die Kälbersteine sind ein mystischer Ort und Teil der sogenannten „Sonnenpfade“ entlang der Gemeinden Sohland, Wehrsdorf und Taubenheim. Namen von Felsgebilden wie „Thors Hammer“, „Odins Zeigefinger“ oder „Zwergenpyramide“ deuten sogenannte „Sonnenheiligtümer“ an, die bei einem bestimmten Sonnenstand von der Sonne „durchschienen“ werden. Insgesamt sollen es über vierzig Objekte sein, denen eine kalenderastronomische Funktion nachgesagt wird und die zu einem vom Freistaat Sachsen und der EU geförderten Tourismusprojekt gehören.

Dem Abstieg von den Kälbersteinen folgten verzweigte Waldwege durch nasses Gras und aufgeweichten Boden, der durch vorangegangene Mountainbikenutzung und Reitausflüge besonders matschig und unwegsam geworden war. Bis zu diesem Punkt war es noch kein richtiger Regen, der uns kontinuierlich durchnässte, sondern eher Geniesel aus aufliegenden Wolken. Während des Aufstiegs zum legendären Berg Bieleboh änderte sich das. Oben angekommen goß es wie aus Eimern. Zum Glück fanden wir ein trockenes Plätzchen unter einem vorstehende Dach, einen Tisch und ein paar Stühle für die Mittagspause aus dem Rucksack. Nur mit der Fernsicht vom Berg war es echt schwierig geworden. Es gab sie schlicht nicht. Auch die Bergwirtschaft hatte, wie manch andere Einkehrmöglichkeit, planmäßig geschlossen. Verpflegung aus dem Rucksack ist unter solchen Umständen erste Wahl. Auf jeden Fall blieb uns genügend Zeit, über den Ursprung der Namensgebung für den Bieleboh zu sinnieren. Er stammt aus dem Sorbischen, bedeutet soviel wie „Weißer Gott“ und steht im Kontrast zum unweit gelegenen Berg Czorneboh, was soviel wie „Schwarzer Gott“ bedeuten soll. Bei soviel Gottheit hätte eigentlich die Sonne scheinen müssen. Eigentlich.

Nach dem langen Abstieg vom Bieleboh näherten wir uns dem nächsten Quartier in der Ortschaft Schönbach, dem Hotel und Gasthof „Kretscham“. Der Name stammt ebenfalls aus dem Sorbischen und bedeutet soviel wie „Kneipe“ oder „Gasthof“. Kretschams waren zugleich auch Orte der Dorfgerichtsbarkeit. Aus der Funktion wurden Nachnamen wie Kretzschmar, Kretschmer oder Kretzschmann abgeleitet. Schönbachs Kretscham öffnete wegen Personalmangels erst 17:00 Uhr und wir hätten noch etwa 2 Stunden im Regen draußen herumstehen müssen. Es gelang jedoch, Jemanden herauszuklingeln, der uns einließ und uns den Zimmerschlüssel in die Hand drückte. Das sehr schmackhafte Abendessen gab es dann aber erst ab 18:00 Uhr. Die Frage, die wir uns nach reichlich 5 Stunden Gehzeit und ca. 18 nasskalten Kilometern stellten, war: Werden unsere Schuhe und Sachen bis zum nächsten Morgen wieder getrocknet sein?

(Fortsetzung folgt.)

Erinnerung an eine Wanderung durch die Mickenhaner Berge und das Kummergebirge

Am Tag 2 unserer Wanderwoche entschieden wir uns für eine Rundwanderung auf Abschnitten der Via Czechia südlich von Česká Lípa/Böhmisch Leipa durch die Mickenhaner Berge und das Kummergebirge. Start und Ziel war der Bahnhof nahe der Ortschaft Provodin/Mickenhan. Auf den geplanten Abstecher zur Schlafenden Jungfrau; ein markantes, einzelstehendes Felsmassiv auf grüner Wiese, mussten wir leider verzichten. Das letzte Stück des markierten Weges bis zum Berg ist für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Also folgten wir zunächst dem gelb markierten Weg durch Mickenhan, bevor wir wenig später auf grün wechselten. Der grün markierte Wanderweg ist zugleich als Radweg ausgewiesen und wird aktiv als solcher genutzt; also Vorsicht! Eine Zeit lang gehen wir entlang eines eingezäunten Areals, das bis zum Abzug der Sowjetarmee Anfang der 1990-er Jahre militärisch genutzt wurde. Heute verwaltet die Tschechische Armee das Areal als Natur- und Landschaftsschutzgebiet.

Unsere ersten beiden Etappenziele sind die Felsformation Skalní brána und die Höhle Jeskyně Psí kostel/Hundskirche – zwei verwitterte Sandsteinformationen abseits der Radroute. Hier lohnt sich mehr als nur eine kurze Fotopause!

Nach ausgiebiger Rast setzen wir die Tour bis zum blau markierten Abzweig nach Hradčany/Kummer fort. Ab hier folgen wir dem nun durchgehend blau markierten Abschnitt der Via Czechia durch abwechslungsreiche Kiefern- und später Buchenwälder in Richtung des Berges Borny und des Machasees. Einen kurzen Abstecher widmen wir der einzigen geöffneten Restauration auf dem nahen Campingareal. Die unfreundliche, mufflige Bedienung erhält von uns kein Trinkgeld und unser Aufenthalt reduziert sich auf ein kurzes Sturzbier.

Um die Rundtour rund zu machen, folgen wir bis Provodin/Mickenhan dem kombinierten Wander- und Radweg. Rechts des Weges befindet sich ein ausgedehntes Wildgatter, das ebenfalls von der Forstverwaltung der Tschechischen Armee, Division Mimon, verwaltet wird. Wohl dem, der dort Förster sein darf! Nach knapp 6 Stunden und ca. 20 km erreichen wir wieder den Bahnhof bei Provodin, der sich auf dem Gelände der Ortschaft Jestřebí/Habichtstein befindet und freuen uns über den gelungenen Wandertag.

Fazit: Eine genuss- und erlebnisreiche Tour auf – vom Radwegteil abgesehen – erstaunlich wenig frequentierten Wegen und Pfaden durch eine urwüchsige Sandstein-, Wald- und Bergwelt mit -zig kleinen und größeren Schluchten zum Entdecken und Geniessen! Das schreit förmlich nach Wiederholung und Fortsetzung!

(Fortsetzung folgt!)

Erinnerung an eine Wanderung von Ceska Lipa/Böhmisch Leipa zum Schloß Zahradky und durch den Höllengrund/Peklo

Das Wetter für die erste Hälfte der Osterwoche versprach sonnig und trocken zu werden – also ideal für längere Touren. Zum Auftakt der Wanderwoche entschieden wir uns für eine Rundwanderung mit Start und Ziel in Ceska Lipa/Böhmisch Leipa. Das hatte den Vorteil, dass wir von der Hoteltür aus loswandern konnten, ohne lang und breit Fahrpläne zu wälzen. Die Runde über ca. 23 km führte zuerst durch Wohngebiete am südlichen Stadtrand Ceska Lipas und schließlich hinaus auf eine weitläufige Wiesen- und Offenlandschaft parallel zur Bahnstrecke in Richtung Thammühl/Stare Splavy und Hirschberg/Doksy mit Fernsicht auf das umliegende Berg- und Hügelland. In Srni passierten wir einen großen Tagebau, in dem Sand abgebaut wird. Unglaublich, welche Mengen dort lagern und wie tief die Bagger bereits vorgedrungen sind!

Nach dem Industriestandort wurde es wieder ländlicher und natürlicher. Das Gebiet um Zahradky/Neugarten ist bekannt für seine unter Naturschutz stehende Teichlandschaft. Früher wurden in den Hirnser Teichen im großen Stil Fische als Nahrung für die Fastenzeit gezüchtet, heute steht dieses bemerkenswerte Stück Kulturlandschaft weitgehend unter Naturschutz. Natura 2000 heißt die gesetzliche Grundlage, die jedes Mitgliedsland der EU verpflichtet, mindestens 20% des nationalen Terretoriums als Fauna-Flora-Habitat und/oder Vogelschutzgebiet unter Schutz zu stellen. Naturschutz und Landschaftspflege müssen kein Widerspruch sein, wenn beides intelligent gemacht und von der Bevölkerung akzeptiert wird. Darüber dachten wir während einer zünftigen Pause an der alten Hirnser Post nach. (siehe Beitragsfoto)

Vorbei an Schloß Zahradky/Neugarten, dass vor einiger Zeit ausgebrannt als Ruine zu verfallen schien und inzwischen der Karlsuniversität Prag als Standort für Sprachausbildungen dient, gelangt man in den zauberhaften Höllengrund/ Peklo.

Hier hat sich der Robitzscher Bach – Abfluß der Hirnser Teiche – tief in den Sandstein eingegraben und eine einzigartige, wilde Naturlandschaft geschaffen.

Auf ca. 5 km Länge ist der Höllengrund als Naturschutzgebiet geschützt. Die Idylle des Ortes lockt vor allem an Wochenenden zahlreiche Bewohner der umliegenden Ortschaften zu Ausflügen an. Es war allerdings das einzige mal, dass uns während der Wanderwoche Menschen in Gruppenstärke begegneten. Ansonsten ist dieses Gebiet wenig touristisch frequentiert und hervorragend zum Baumelnlassen der Seele und zum Geniessen der Natur geeignet. Das gelang ohne große Mühe und half, uns für die nächsten Tage auf ausgewählte Abschnitte der Nord-Süd-Route der Via Czechia vorzubereiten.

(Fortsetzung folgt!)

Erinnerungen an eine Wanderwoche in der Region Česká Lípa- Machuv kraj und die Nord-Süd-Route der Via Czechia

Nachdem wir im Sommer 2024 einige Abschnitte des 1.058 km langen Nordweges der Via Czechia rund um Harrachov/Harrachsdorf absolviert hatten (siehe: https://kammtouren.eu/2024/08/04/erinnerungen-an-zwei-wanderwochen-im-riesen-und-im-isergebirge-2024-teil-1/ und folgende Beiträge), wuchs der Wunsch nach Fortsetzung des Erlebten. Dieses mal entschieden wir uns für einen Abschnitt der Nord-Süd-Route vom Schluckenauer Zipfel nach Prag. Das Böhmische Nordkap, den nördlichsten Punkt der Tschechischen Republik, hatten wir bei einer Tagestour im August 2024 (siehe: https://natursaxe.de/2024/08/05/auf-schmugglerpfaden-zum-boehmischen-nordkap/ ) bereits kennengelernt und die Route durch den Schluckenauer Zipfel in vielfältiger Form auf früheren Wanderungen.

Deshalb entschieden wir uns für den mittleren Abschnitt durch die Region Česká Lípa (deutsch: Böhmisch Leipa) und die angrenzenden Gebiete der Daubaer Schweiz, des Kummergebirges und der Bürgstein-Schwoikaer Felsenwelt. Als Standquartier wählten wir ein altes, gut geführtes Stadthotel in Česká Lípa. Der Ort ist zentral gelegen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln in fast alle Richtungen sehr gut angebunden. Hier sollten in der Osterwoche unsere 6 geplanten Touren beginnen und enden:

(Fortsetzung folgt)

Die erste Anmeldung 2025 ist da!

Das ging ja fix: Am 1. Januar wurden die Touren zur Anmeldung freigegeben und am 7. Januar ging die erste Anmeldung für eine geführte KammTour am 30.08.2025 ein! So kann es gern weitergehen.

Veranstalter dieser Tour ist die Sektion Dresden des Deutschen Alpenvereins und ich werde sie führen. Die konditionell anspruchvolle Tour über ca. 22 km, +730/-700 Hm und eine Gehzeit von ca. 7,5 Stunden führt unter anderem zum Studenec/ Kaltenberg. Sie beginnt in Vysoka Lipa/ Hohenleipa und endet in Ceska Kamenice/ Böhmisch Kamnitz.

Zur Anmeldungen geht es hier entlang: https://www.dav-dresden.de/touren-kurse/touren/touren?view=tour&id=4177 .

Erste KammTouren 2025 sind online!

Sie sollte schon vor Weihnachten abgeschlossen sein, die Planung der KammTouren für 2025. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Die grenzüberschreitende Tourenplanung ist nicht nur wegen des Fahrplanwechsels Anfang April – also mitten im folgenden Jahr – eine planerische Herausforderung, sondern auch wegen der Sperrung der Elbbrücke in Bad Schandau. Niemand kann zur Zeit mit Gewissheit sagen, welche Auswirkungen die Sperrung auf den ÖPNV in der Sommersaison 2025 haben wird. Deshalb sind zunächst nur die 6 KammTouren online, deren Durchführungswahrscheinlichkeit aus heutiger Sicht am höchsten ist:

Alle Touren sind anklickbar. Dann öffnet sich die Ausschreibung. Weitere KammTouren im sächsisch-böhmischen Erzgebirge und in Richtung Jeschken-, Iser- und Riesengebirge folgen, sobald die An- und Abreise mit ÖPNV seriös planbar ist.