Kategorie: Krkonoše

Wanderwoche im Iser- und Riesengebirge im April 2026, Tag 4

(Fortsetzung des Beitrages vom 14.04.2026)

Dass Harrachov (Harrachsdorf) verkehrsgünstig gelegen ist, macht diese Gemeinde zu einem idealen Start- oder Zielort. Man kann dort auch preiswerte Quartiere finden, wie es uns auch dieses Mal wieder gelang. So kam die Idee auf, spontan unseren freundlichen und hilfsbereiten Gastgeber vergangener Aufenthalte, František, im Nachbarort Rokytnice n. J. (Rochlitz an der Iser) zu besuchen. Mit dem Bus Nr. 900 Richtung Prag braucht man bis zum unteren Ortsende von Rokytnice nur 16 Minuten und weitere 25 Minuten zu Fuß nach Dolni Rokytnice. Schade, aber erwartbar: František hatte sein Haus nach den Ostertagen temporär geschlossen und sich wohl ein paar Tage Urlaub gegönnt.

Unser zweites Tagesziel war die große Rokytnicer Runde auf halber Höhe. Dort war es schnee- und eisfrei und man hat in ost-nord-westlicher Blickrichtung (fast) immer eine gute Sicht bis zur Rochlitzer und Salenbacher Hofbaude (Horský hotel Štumpovka a Horská bouda Dvoračky), zur Kesselkoppe (Kotel) und zum Skiareal Studenov (Kaltenberg). In südlicher Richtung ist der Blick frei ins angrenzende Isergebirge auf der anderen Uferseite des namensgebenden Flusses und die Orte Paseky nad Jiserou und Vysoke nad Jiserou. 360 Grad Panorama und gar nicht überlaufen.

Auf dem Weg nach Františkov fiel uns ein neu angelegter Lehrpfad der Holzbildhauerei auf. Zahlreiche künstlerisch bearbeitete Skulpturen säumten den Weg bis zum Museum der Holzbildhauerei. Sehr interessant und sehenswert!

Der Rückweg auf der anderen Talseite führt unmittelbar am Friedhof vorbei. Tschechische Friedhöfe sind immer etwas Besonderes. Alte Gräber, die die hasserfüllte Raserei der Nachkriegszeit überstanden, erinnern an die einstigen deutschen Bewohner von Rochlitz. Manche Gräber sind sehr gepflegt und der einen oder anderen Jahreszahl auf den Grabinschriften ist zu entnehmen, dass auch in den 2000-Jahren in Rochlitz Menschen aus deutschen Familien bestattet wurden. Beeindruckend und rätselhaft auf diesem katholischen Friedhof war auch das Grab einer verstorbenen Frau mit deutscher und hebräischer Inschrift auf dem Grabstein.

Nach abgeschlossener Rochlitzer Runde nutzten wir in Nähe des beeindruckenden Rathauses noch einen Supermarkt und das phantasievoll eingerichtete Geschäft einer regionalen Bäckereikette, um uns zu stärken und die Rucksackverpflegung für die abschließende Wanderung am Tag 5 aufzufüllen. Fazit: Immer wieder gern, Rokytnice!

(Fortsetzung folgt!)

Wanderwoche im Iser- und Riesengebirge im April 2026, Tag 1

(Fortsetzung des Beitrages vom 14.04.2026)

Eigentlich war für die erste Tour ein Besuch der Wosseckerbaude und der Reifträgerbaude geplant. Unser Gastgeber hatte uns aber schon vorsichtig darauf vorbereitet, dass die Wege in höheren Lagen immer noch vereist sind. So kam es dann auch und wir entschieden uns für eine Rundwanderung im Bereich der Baumgrenze.

Immer wieder ein Genuss: der Mummelfall (Mumlavský vodopád) und das Mummeltal. Die Mummelfallbaude hatte geöffnet, die Wosseckerbaude (Vosecká bouda) vom 06.-29.04.2026 leider nicht.

Auf dem Alten Wossecker Weg stiegen wir durch dichten Nadelwald bis zur querenden Radroute auf. Hier endet der begehbare Teil des naturnahen Weges und die streng geschützte Kernzone des Riesengebirgsnationalparks beginnt. Die Sperrung ist eher symbolisch, aber wir haben sie selbstverständlich akzeptiert.

Die geänderte Route führte auf einem asphaltierten Weg immer entlang der Kernzonengrenze bis zum Abstieg ins Tal der Kamenice. Von Asphalt war jedoch über weite Strecken nicht viel zu sehen. Der Weg war als Skiloipe präpariert und gewalzt und trug an vielen Stellen einen bis zu 20 cm dicken Eispanzer. Das erschwerte das Laufen und barg die Gefahr von Stürzen. Zum Glück ging alles gut.

Der Abstieg ins Tal der Kamenice wurde im oberen Teil nochmal zur Herausforderung. Vereist, angetaut, wieder vereist und kaum Stellen, an denen man nicht ins Rutschen kam. Aber auch hier ging alles gut.

Der Flussverlauf der Kamenice wurde aus Gründen des Hochwasserschutzes an mehreren Stellen durch Querverbauungen entschärft. Im Sommer bieten sich dort mehrere Gelegenheiten zum Baden im eiskalten Gebirgswasser. Uns war es auch so kalt genug und wir beendeten die erste Tour an der Glashütte (Sklárna) von Harrachov (Harrachsdorf). Fazit der ersten Tour: Es ist alles gut gegangen.

(Fortsetzung folgt)

Urlaub vor der Haustür: Eine Wanderwoche im tschechisch-polnischen Iser- und Riesengebirge im April 2026

Nach der langen Saure-Gurken-Zeit von Januar bis Anfang April beschlossen wir, in der Woche nach Ostern im Iser- und Riesengebirge zu wandern. Das Quartier in Harrachov (Harrachsdorf) war schnell gebucht; man kennt sich. Wettermäßig sollte alles im grünen Bereich sein, so die Prognose nach ICON-D2 des DWD. Das stimmte auch weitgehend, nur die Wege waren zum Teil noch sehr winterlich. Doch dazu später mehr.

In 6 Tagen legten wir auf 5 Touren moderate 87,4 km mit insgesamt 2.120 aufsteigenden Höhenmetern zurück. Regen blieb uns erspart, ebenso der angekündigte Schneefall. Die Wegeverhältnisse waren in unteren, besonnten Lagen gut bis sehr gut, nur oberhalb von 1.000 m, an Nordhängen und in schattigen Waldabschnitten lagen noch teilweise bis zu 20 cm starke Eispanzer auf ehemals präparierten Loipen. Das machte vor allem die erste Tour sehr anstrengend und trug dazu bei, dass wir uns bei den folgenden 4 Touren schwerpunktmäßig auf nicht ganz so hohe Wege im Iser- und Westriesengebirge konzentrierten.

Unter dem Beitrag gibt es eine Übersicht über den Tourenverlauf. Die einzelnen Touren werden in den folgenden Beiträgen kurz vorgestellt.

Neue Kammtouren geplant

Die Streckenwanderung auf dem Oberlausitzer Bergweg im Jahr 2025 hat Lust auf mehr gemacht. Deshalb sind in 2026 folgende neue Kammtouren geplant:

  • Über Ostern werden wir eine Woche im tschechischen und polnischen Iser- und Riesengebirge unterwegs sein und neue Routen testen. Selbstverständlich gehören auch Abstecher zum Reifträger und zur Wosseckerbaude dazu. Das Lieblingsquartier in Harrachov ist bereits gebucht.
  • Im Juli testen wir auf einer Streckenwanderung 12 Etappen des Kammweges Erzgebirge-Vogtland. Der Start ist in Geising und das Ziel in Schöneck. Wir werden hauptsächlich auf der sächsischen Seite des Erzgebirges unterwegs sein und jeden Tag in einem anderen Quartier schlafen.
  • Im September ist eine mehrtägige Kammtour im Böhmischen Erzgebirge von einem Standquartier aus geplant.
  • Im Oktober werden wir eine Woche lang vom Standquartier in Krasna Lipa aus Varianten des neuen Kammweges in der Böhmischen Schweiz und im Lausitzer Gebirge unter die Füße nehmen.

Für diese neuen KammTouren entfallen im Gegenzug ursprünglich geplante Touren in der Nationalparkregion Sächsisch-Böhmische Schweiz. Das ist eine Konsequenz aus den ganzjährig andauernden Bauarbeiten der Deutschen Bahn im oberen Elbtal und dem Bau einer Ersatzbrücke in Bad Schandau. Die Arbeiten haben umfangreiche Streckensperrungen und Ersatzverkehr zur Folge. Bisher ist noch kein Saisonfahrplan veröffentlicht und es ist nicht klar, ob erforderliche Umsteigeverbindungen gesichert sein werden. Im Jahr 2025 fielen mehrere Touren infolge verpasster Umstiege zur Nationalparkbahn und zu Bussen in Tschechien aus. Das soll in 2026 vermieden werden.

Erinnerungen an zwei Wanderwochen im Riesen- und im Isergebirge 2024, Tag 14: Abreise & Fazit

Auch die schönste Wanderreise ist irgendwann vorbei. Das muss auch Petrus nahe gegangen sein, denn er ließ am Abreisetag bittere Tränen regnen. 13 Tage Sonnenschein und ein Tag Regen sind trotzdem eine gute Wetterbilanz für eine Wanderreise im Iser- und Riesengebirge. Und weil das Wort Bilanz gerade fiel, hier noch etwas Zahlensalat:

  • Wir sind an 13 von 14 Tagen gewandert.
  • Damit haben wir insgesamt 74:11 Std. verbracht.
  • Zurückgelegt wurden dabei 253 km und 6.390 Höhenmeter.

Fazit: Das Gesamterlebnis war grandios, die Erwartungen wurden weit übertroffen. Insbesondere die grenzüberschreitenden Kammüberquerungen und -touren haben uns fasziniert und verfügen über viel Potential für weitere Wanderreisen. Gern mit Kleingruppen von mindestens 5 bis maximal 15 Personen und in Kooperation mit Wanderreiseveranstaltern – Kontakt siehe Impressum.

Erinnerungen an zwei Wanderwochen im Riesen- und im Isergebirge 2024, Tag 13: Alter Kammweg & Via Czechia

Der letzte Wandertag sollte noch einmal ein bleibendes Erlebnis sein. Das Wetter versprach, prächtig zu werden: viel Sonne, leichter Wind und gute Fernsicht. Diesmal wanderten wir von der ehemaligen Katzensteinbaude in Jakobstal/Jakuszyce durch das Hochmoor zum Reifträger, zur Elbquelle und dann talwärts zu Rübezahls Frühstücksplatz und zum Mummelfall. Start der Tour war auf polnischer Seite an der Bahnstation Polana Jakuczycka/Jakobstal. Am alten Forsthaus bogen wir ab und begaben uns ins vorbildlich ausgeschilderte Natura-2000-Gebiet, das im Hochmoorbereich in den polnischen Riesengebirgs- Nationalpark übergeht. Der Aufstieg bis zur Alten Schlesischen Baude dauert bei Genusstempo etwas weniger als 2 Stunden. Dort ist dann Pause angesagt. Der Blick auf Schreiberhau und den Hohen Iserkamm ist immer wieder ein Erlebnis, erst recht mit einem gut gekühlten Getränk in der Hand. Den weiteren Aufstieg in Richtung Reifträger variierten wir, indem wir den auch diesmal von zahlreichen Wanderern angesteuerten Gipfel umgingen. Menschenmassen gucken war nicht unser Ziel. Dafür begaben wir uns bis zur Ceska Budka auf den historischen Kammweg, heute als Weg der tschechisch-polnischen Freundschaft und neuerdings auch als Teil der Via Czechia gewidmet. Wege zur Freundschaft sind immer gut.

An der symbolischen Elbquelle stellten wir fest, dass sie immer noch trocken lag. Kein Wunder: in den zwei Wanderwochen hatte es nicht einen Tropfen geregnet. Am Abzweig „Zu den Vier Herren“ verließen wir zum vorläufig letzten Mal den Riesengebirgskamm und stiegen den sehr gut angelegten Weg zu Rübezahls Frühstücksplatz ab. Der Rest war Mummeltal vom Feinsten und ein Abschlussessen in Harrachov. Morgen geht es nach Hause.

Fazit: Diese Tour, eine der abwechslungsreichsten und längsten, fasziniert uns am Meisten. Sie bietet alles, was das Riesengebirge so einzigartig macht.

Und noch ein Ausblick auf Tag 14, den Abreisetag: Da wird es ein wenig Zahlensalat geben.

Erinnerungen an zwei Wanderwochen im Riesen- und im Isergebirge 2024, Tag 11: Horní Mísečky/Ober Schlüsselbauden & Ryžoviště/Seifenbach

Diese Tour begann entspannt mit einer Busfahrt von Harrachov nach Rokytnice. Dort änderte sich das. Der Bus füllte sich und in Vitkovice war er so voll, dass auch Stehplätze rar wurden und das Atmen schwerfiel. Eigentlich hätte es eine schöne Panoramafahrt sein können: schmale Bergstraßen, Aussichten vom Feinsten und ein Busfahrer, der auch bei Gegenverkehr die Nerven behielt. Wenn da nicht der Sauerstoffmangel gewesen wäre. Eine junge Frau – sichtlich schwanger – war kurz vor dem Kollabieren. An der Endstation waren alle froh, wieder an der frischen Luft zu sein.

Wenn ein Wandertag so beginnt, kann es eigentlich nur besser werden. Und das wurde es auch. Der Weg über den Harrachsdorfer Stein zu den Salenbacher Hofbauden gehört zu den eindrucksvollsten Panoramastrecken auf dem Kammplateau. Fernsichten bis zum Böhmischen Paradies, zum Jeschken und zu den Kegelbergen von Böhmischer Lausitz und Böhmischer Schweiz machten die sauerstoffarme Fahrt vergessen. Auch Schneekoppe und Wiesenbaude waren zu erkennen und rundeten das Panorama ab.

Einen Einkehrschwung gab es erneut beim Imbiss auf dem Teufelsplan. Die Betreiber machen das im Sommer wie im Winter einfach gut und das Preis-Leistungsverhältnis ist auch in Ordnung. Frisch gestärkt machten wir uns anschließend auf die Suche nach einem Weg in Richtung Ryžoviště (Seifenbach), der in keinem Wanderführer beschrieben wird. Es gibt sie noch, die einsamen, naturbelassenen und völlig legalen Wege abseits touristischer Haupttrassen – auch im Riesengebirgsnationalpark. Man muss sie nur finden.

Ryžoviště (Seifenbach) ist vor allem bei Wintersportlern beliebt. Der Ortsteil von Harrachov ist in einem ruhigen Seitental der Mumlava/Mummel gelegen und an das Pistengebiet des Teufelsberges angeschlossen. Im Sommer ist dort im Gegensatz zum Hauptort kaum Trubel. Fazit: Eine ruhige und wenig anstrengende Panoramatour zum Geniessen!

Erinnerungen an zwei Wanderwochen im Riesen- und im Isergebirge 2024, Tag 9: Graf Harrach, Rübezahl & Pavel Ploc

Nach den Touren der ersten 8 Tage auf entfernteren Routen sollte es am 9. Tag der Wanderreise vor allem um den Standort Harrachov und seine nähere Umgebung gehen. Dieser Ort ist weit mehr als eine Hauptstraße mit ein paar Hotels und Restaurants drumherum. Harrachov/Harrachsdorf hat vieles zu bieten: ein Glasmuseum, eine Brauerei, ein Skimuseum, ein Bergbaumuseum, typische Riesengebirgsarchitektur und manches mehr. So wissen wir jetzt z.B., wo 007 wohnt.;-)

Die interessantesten Eindrücke gewinnt man abseits der Touristenmeile. Drei Nebentäler lassen den Trubel schnell vergessen. Gute und preiswerte Restaurants gibt es da übrigens auch.

Bei unserer Entdeckertour begegneten wir dem Grafen Harrach, dem der Ort und die Umgebung einst gehörten und wie es sich für das Riesengebirge gehört, dem Herrn der Berge: Rübezahl. Beide in geschnitzter Form und würdevoll das Ortsbild bereichernd. Stolz ist man hier auch auf einen ehemaligen Weltklasseskispringer: Pavel Ploc. 1983 wurde er vor heimischem Publikum Vizeweltmeister im Skifliegen, 1988 Silbermedaillengewinner in Calgary hinter Matti Nykänen und 1989 bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften Bronzemedaillengewinner mit der tschechoslowakischen Mannschaft in Lahti. Pavel Ploc betreibt eine Skipension mit Restaurant und hat sich auch politisch engagiert. 2006 wurde er für die Partei CSSD als Abgeordneter ins Parlament der Tschechischen Republik gewählt. (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Pavel_Ploc).

Besonders interessant sind Wege, die nicht in Wanderführern stehen oder die abseits der Hauptwege verlaufen. So entdeckten wir einen kleinen Pfad in Richtung Polana Jakuzicka, der auf tschechischem Gebiet mit polnischen Wanderwegweisern markiert, aber in Wanderkarten (noch) nicht enthalten ist. Diesen Weg gehen wir an einem der folgenden Tage ins Isergebirge. Auch der nicht ganz neue Weg nach ⁦Rýžoviště (⁩⁦Seifenbach⁩⁦), einer alten Bergmannssiedlung, gefiel uns sehr gut. Wir gingen ihn bereits im Winter mit Schneeschuhen und werden ihn ebenfalls in den nächsten Tagen in eine Tour integrieren. Einen weiteren Weg nach Jakuszyce/Jakobstal entdeckten wir eher zufällig. Er zweigt vom Harrachover Weg ab und wird anscheinend wenig begangen. Wir werden ihn bei Gelegenheit testen, aber nicht mehr während dieser Wanderreise.

Fazit: Man kann einen ganzen Tag in und um Harrachov unterwegs sein, ohne eine Minute Langeweile zu empfinden. Ach ja, und Harrachov ist auch Station auf dem Nordweg der neuen Via Czechia. Dazu später mehr.

Erinnerungen an zwei Wanderwochen im Riesen- und im Isergebirge 2024, Tag 7: Teufelsberg & Hofbauden

Auf die eher geruhsame Tour vom Vortag sollte eine etwas dynamischere folgen. Geplant war, zu Fuß von Harrachov zum Teufelsberg/Čertova hora aufzusteigen und über Teufelsplan und Studenov zu den Rochlitzer/Salenbacher Hofbauden/Dvoračky zu wandern. Doch die sehnsüchtigen Blicke auf die Seilbahn blieben nicht folgenlos: wir entschieden uns spontan für die Bahn und begannen die Tour auf dem 1.020 m hohen Hausberg Harrachovs. Dank seiner legendären Skiflugschanze und der Normalschanzen, die freilich allesamt in einem beklagenswerten Zustand und nicht mehr wettkampftauglich sind, ist der Teufelsberg neben dem Mummelfall das wahrscheinlich bekannteste Wahrzeichen Harrachovs.

Auf dem Weg nach Studenov trennte sich allmählich die Wandergemeinde. Die meisten bummelten gemütlich von Rastplatz zu Rastplatz und so konnten wir sie hinter uns lassen. In Studenov hatte eine Imbisshütte geöffnet; das Restaurant hingegen geschlossen. Auf eine Rast verzichteten wir wegen aggressiver Wespen. An der Imbisshütte Ručičky/Teufelsplan holten wir die Einkehr nach. Die Betreiber hatten vorausschauend Wespenfallen aufgestellt, die ihre Funktion prima erfüllten. Die Belästigung durch stechfreudige Insekten hielt sich in Grenzen und wir blieben komplett stichfrei.

Ab Ručičky/Teufelsplan steigt der Weg nach Dvoračky/Hofbauden kontinuierlich an und führt durch das Skigebiet von Rokytnice nad Jizerou/Rochlitz an der Iser. Hier ist Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme angesagt. Im Winter wegen der kreuzenden Abfahrtspisten und in der übrigen Zeit des Jahres wegen der zahlreichen Radfahrer. Denn der Wanderweg ist zugleich als Radweg ausgewiesen und wird rege als solcher genutzt.

Da wie erwartet das Restaurant und die Sonnenterasse an der Hofbaude voll belegt waren, zogen wir weiter auf den böhmischen Kamm des Riesengebirges zur 1.435 m hohen Kesselkoppe/Kotel. Eigentlich wäre das ein super Aussichtsberg, aber der Gipfel befindet sich in der Kernzone des Riesengebirgs- Nationalparks und markierte Wege dorthin gibt es nicht. Das akzeptieren wir und setzen den Weg vorbei an mehreren Bunkern des sogenannten Tschechoslowakischen Walls aus den 1930-er Jahren fort. Diese Schutzbauwerke sollten der Abwehr eines befürchteten deutschen Angriffs dienen, wurden jedoch nie in Kampfhandlungen eingesetzt. Im sogenannten Münchener Abkommen von 1938 wurde die Tschechoslowakei zur kampflosen Abtretung der Sudetengebiete und zur Übergabe aller darin befindlichen Ressourcen gezwungen. Was dem folgte, ist bekannt. Historie, die sich eigentlich niemals und nirgendwo wiederholen sollte. Eigentlich.

Wandern kann auch den historischen Horizont der Teilnehmenden erweitern.

Nach dem Weg durch die für die Kammregion so typische Offenlandschaft mit ihren Wiesen und Latschenkiefern begann am Kreuzungspunkt „U čtyř pánů/Bei den vier Herren“ der Abstieg in Richtung Harrachov. Vorbei an Rübezahls Frühstücksplatz und Mummelfall genossen wir aufs Neue das romantische Mummeltal und belohnten uns am Ende der Tour mit typisch böhmischer Küche in einem urigen Gasthaus. Fazit: Auch diese Tour haben wir nicht zum letzten Mal gemacht!